Andacht Oktober / November ´26

29. September 2026

„Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn.“

Die Erntezeit ist eine besondere Zeit. Sie erzählt von Arbeit und Mühe, aber auch davon, dass längst nicht alles in Menschenhand liegt. Gesät und gepflegt wird von Menschen. Doch Sonne und Regen, Wachstum und Gedeihen liegen in Gottes Hand.

Jesus spricht in seinen Gleichnissen häufig von der Landwirtschaft. Vom Säen, vom Wachsen und Gedeihen, von der Ernte und von ungeahnten Überraschungen:

„Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft den Acker.“ (Matthäus 13,44)

Viel wird von dem Menschen nicht erzählt. Noch nicht mal, was er auf dem Acker macht. Ich stelle mir vor, dass er ein Lohnarbeiter ist. Gerade noch hat er auf dem Feld die Hirse geschnitten und auf dem Stoppelfeld stößt er dann auf den Schatz.

Ganz zufällig findet er ihn. Nicht wie ein Geocacher, der das Suchen nach Schätzen zu seinem Hobby macht. Und dieser Schatz ist für den Menschen so wertvoll, dass alles andere unwichtig wird. Jesus sagt: So ist es mit dem Himmelreich.

Für mich passt dieser Gedanke gut zur Erntezeit. Denn auch eine Ernte ist mehr als das Ergebnis menschlicher Arbeit. Natürlich braucht es Menschen, die säen, pflanzen, düngen und ernten. Aber dass Korn und Früchte wachsen, liegt nicht in menschlicher Hand.

Anfang September haben wir das Erntefest gefeiert: mit Freude über das, was gewachsen und eingebracht werden konnte, und zugleich die Gemeinschaft miteinander. Gospelchor und Posaunenchor haben den Gottesdienst musikalisch begleitet. Ein besonderer Dank gilt der Feuerwehr, die das Erntefest vorbereitet und organisiert hat.

Mit dem Erntedankfest Anfang Oktober richtet sich der Blick dann noch einmal besonders auf Gott. Wir danken Gott für das, was gewachsen ist, und erinnern uns daran, dass wir von vielem leben, was wir nicht selbst hervorbringen können.

Der Herbst lädt deshalb nicht nur dazu ein, auf die Ernte der Felder zu schauen. Er lädt auch dazu ein, auf das eigene Leben zu blicken: Was ist in meinem Leben gewachsen? Was ist mir wichtig geworden? Was ist mir geschenkt worden, ohne dass ich es selbst hervorbringen konnte?

Und dabei entdecke ich Schätze, die mein Leben reich machen: Meine Familie, Freunde, einen Moment, der mich glücklich macht oder auch mein Glaube, der mich trägt.

Wir dürfen dankbar auf das schauen, was in diesem Jahr gewachsen ist, was uns geschenkt wurde. Und wir dürfen hoffnungsvoll nach vorn schauen auf das, was noch wachsen wird.

„Drum dankt ihm dankt, drum dankt ihm dankt und hofft auf ihn.“

Herzlichst Ihre

Vikarin Rebecca Bloy
 

Bildnachweis: N. Schwarz © GemeindebriefDruckerei.de