Andacht Febr. / März ´26

28. Januar 2026

„Gott sagt: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21, Vers 5)

Mit dieser Losung beginnt das neue Jahr 2026 in unseren christlichen Kirchen. Wussten Sie, dass es seit den 1930er-Jahren solche Losungen für ein ganzes Jahr gibt? Damals wollten die Christ*innen ein Bibelwort haben, mit dem sie Jahr für Jahr den braunen Parolen der Nazis etwas entgegensetzen konnten. Die hatten bekanntlich ihren eigenen Germanenglauben, lehnten jede Schwäche ab, während Jesus ein Herz besonders für die Schwachen hat.

Gott macht alles neu! Das verspricht uns dieser Spruch in die Hand. Wir können etwas erwarten vom neuen Jahr. Und dafür brauchen wir Gottes Segen, seinen Anschub, seinen Geist, weil wir alle oft auch so ängstlich und träge sind!

In unserer Gesellschaft wie auch in unserer Kirche gibt es viele Dinge, die anders werden müssen. Ich denke nur an die Reform unseres Rentensystems, damit es auch in Zukunft für alle eine Rente gibt. Viele werden dafür länger arbeiten müssen. Oder an die Verteidigung unseres Landes. Da brauchen wir neben modernen Waffensystemen auch mehr Soldat*innen, die diese bedienen können. An einer neuen Wehrpflicht führt aus meiner Sicht kein Weg vorbei. Unsere Kirche muss sich von Gebäuden trennen, weil die Unterhaltung zu teuer geworden ist. Welche Gebäude das sind, das zu klären, führt unweigerlich zu Konflikten, die wir in fairer Weise führen müssen. Um eine faire Entscheidung des Kirchenkreises für unsere kleine Kirchengemeinde kämpfen wir unter anderem mit einer Unterschriftensammlung. Für Venne und Hunteburg brauchen wir einen Pastor oder eine Pastorin! Ich bin gerne Pastor in Arenshorst und Ostercappeln und Vakanz Vertreter in Venne. Das sind gute Gemeinden, mit Potential! Aber für zwei zu arbeiten wird mir auf Dauer nicht möglich sein. So hoffen wir alle, dass für Venne und Hunteburg eine Frau oder ein Mann bald gefunden wird. Damit wir in den vier Gemeinden unserer pfarramtlichen Verbindung endlich als hauptamtliches Team mit Diakonin Rhena Wilinski und mir komplett sind und gemeinsam Kirche am Ort lebendig gestalten können!

Die Jahreslosung kommt aus Kapitel 21 der Offenbarung des Johannes. Hier träumt der Autor von einem neuen Himmel und einer neuen Erde. Alle Konflikte sind hier beigelegt. Gott und Menschen haben enge Gemeinschaft. Wie oft ist Gott an anderen Stellen der Bibel unzufrieden mit uns Menschen! Das ist dann
vorbei! So eines Tages zu leben, ist Ziel und Hoffnung. Eine himmlische Situation!

Lesen Sie ruhig mal die Offenbarung des Johannes im Ganzen. In Teilen liest sie sich wie ein Horrorfilm – vielleicht mögen Sie dieses Genre? Die Offenbarung steckt voll geheimer Zahlen und Andeutungen zu Personen, die sich auf
lösen lassen, wenn man an die Verfolgung der Christ*innen im römischen Reich im 1.Jahrhundert nach Christus denkt. Ein chiffrierter Text für die Eingeweihten in einer Zeit von Verfolgung und Angst. Dass unsere Glaubensgeschwister heute wieder in vielen Ländern unserer Welt von Verfolgung und
Tod bedroht sind, ist leider wahr und schmerzt sehr. Es darf aber nicht als Begründung dafür herhalten, Menschen muslimischen Glaubens in unserer Mitte zu bekämpfen und pauschal ihre Ausweisung zu fordern.

Von solchen Erfahrungen der Verfolgung erzählt die Offenbarung des Johannes. Und macht uns allen Hoffnung auf ein Ende der Gewalt, durch Gottes Handeln!

So heißt es trotzdem, trotz der Krisen dieser Welt:

„Gott sagt: Siehe, ich mache alles neu!“

Andreas Pöhlmann

Bildnachweis: N. Schwarz © GemeindebriefDruckerei.de