Andacht August / September ´26

20. Mai 2026

„Sucht der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum HERRN; denn wenn‘s ihr wohlgeht, so geht’s euch auch wohl.“ Jeremia 29, 7

Am 13.September werden in Niedersachsen Stadt-, Gemeinde- und Ortsräte neu gewählt; wie auch die Kreistage und Landrät*innen; an manchen Orten, wie etwa in Ostercappeln, auch die Position des/ der Bürgermeister*in. Das ist ein wichtiger Tag für die Demokratie hier in Niedersachsen. Es geht um „der Stadt Bestes“ hier vor Ort! Und nicht nur in unseren Gottesdiensten in und vor diesem Tag werden wir für unser Land und dessen Demokratie beten.

Das Wort des Propheten Jeremia meint zunächst die Gruppe derer, die etwa 50 Jahre im Zwangsexil, also in der Fremde, in Babylon sein mussten. Ihnen empfiehlt der Prophet in einem Brief, aktiv das Gemeinwesen dort zu unterstützen, damit es auch ihnen gut geht. So denken auch viele Menschen, die, aus einem fremden Land kommend, bei uns leben. Und sind in Vereinen, in der Verwaltung und auch in Kirchengemeinden aktiv.

Wieviel mehr können wir selbst unser Land unterstützen, wenn wir unser Wahlrecht wahrnehmen, indem wir einfach zur Wahlurne gehen oder uns sogar zur Wahl stellen. In unserem Fall „des Dorfes Bestes“ zu suchen, und nicht im warmen Sessel der Klage über „die da oben“ sitzen zu bleiben. Dass unser an sich wohlhabendes Land seit Jahren durch eine Krise geht, die nach einem Umbau verlangt, etwa bei Rente, Landesverteidigung oder Krankenversicherung, heißt für mich nicht, von eigener Anstrengung abzusehen, stattdessen die „da oben“ machen zu lassen und sie dann für die Ergebnisse ihres Tuns noch zu verachten. Vielmehr gilt es, vor Ort unsere Infrastruktur zu erhalten und Arbeitsplätze und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Ich finde, wir sollten kreativ und mit Schwung und über alle bürokratischen Hürden hinweg das für das Dorf beste suchen. Also bitte ich Sie und Dich, am 13.09. zur Wahl zu gehen, die wie alle anderen zuvor fair und regelkonform verlaufen wird. Wahlen gut durchzuführen, das kann unser Land nach 1945 wirklich gut! Und das Ergebnis dieser Wahl zu akzeptieren und die Mandatsträger*innen, die aus dieser Wahl hervorgehen, auch für ihren Einsatz zu achten. Es kann eigentlich nicht sein, dass schon Kandidat*innen für eine Kommunalwahl sich darin schulen lassen müssen, Angriffen mit Wort oder Tat auf ihre Person zu begegnen. Und wenn manche von autoritären Führungspersonen träumen, kann ich nur sagen, dass die Macht des Einzelnen immer kontrolliert und begrenzt werden muss. Und dass zu viel Macht eine Persönlichkeit verdirbt.

Übrigens ist die Demokratie auch in unseren Kirchen tief verwurzelt. Synoden leiten unsere Evang.-luth. Landeskirche und unsere Kirchenkreise. In der Röm.-kath. Kirche wird schon seit Jahren ein „Synodaler Weg“ für die Reform der Kirche beschritten. Und wichtige theologische Entscheidungen sind in der Geschichte der Kirche auf Synoden erfolgt, mit Debatte und mehrheitlicher Abstimmung.

Andreas Pöhlmann
 

Bildnachweis: N. Schwarz © GemeindebriefDruckerei.de