Andacht April / Mai ´26

28. Januar 2026

„Jesus ist nicht in diese Welt gekommen, um die Menschen zu lehren, hoch aufragende Kirchen und gewaltige Tempel neben kleinen Hütten und engen Häusern zu errichten, sondern er kam, um die Herzen der Menschen zu Tempeln zu machen, ihre Seelen zu einem Altar und ihren Geist zum Priester.“ — Khalil Gibran

Ich glaube, dass unsere Zeit solche Erfahrungen braucht, die Seele und Geist berühren. Das kann überall geschehen, gerne auch in unserer geliebten Arenshorster Kirche, aber auch in jeder Küche unserer Häuser und in jedem Garten. Das sind die Erfahrungen, die uns als Kirche verbinden. Wir sollen die Menschen wieder zusammenführen, als Christen und Christinnen einer Gemeinde. Da gibt es in Arenshorst sehr viel gewachsenes „Wir“. Aber es gibt auch bei uns Menschen, die am Rand der Gemeinschaft leben, die einsam und arm sind.

Gemeinschaft meint aber auch unsere Nachbarschaft der Gemeinden in Wittlage und im Kirchenkreis Bramsche. So sieht Arenshorst über den Tellerrand hinaus auch zu den Nachbargemeinden. Mit Hunteburg und Venne, aber auch mit Ostercappeln und Bohmte ist einiges gewachsen. Himmelfahrt mit allen bei uns auf der Wiese, im Juni das gemeinsame Tauffest auf der Mühleninsel in Venne. Der frische Wind von Pfingsten soll uns um die Nase wehen. Und die Hoffnung von Ostern, dass wir mit Jesus Christus an unserer Seite es schaffen, die vielen Krisen unserer Zeit zu meistern.

Zu jeder Zeit gibt es etwas, das in der Kirche der Veränderung bedarf. Und eine schöne Kirche garantiert nicht die Zukunft unserer Gemeinschaft, auch unsere nicht. Auch wenn wir uns freuen, dass unser Widerspruch Erfolg hatte und unsere Kirche wieder durch Mittel unserer Landeskirche gefördert wird. In unserer langen Geschichte gab es so viele Erneuerungsbewegungen. Mit Mut wurden
neue Wege gesucht, die christliche Botschaft in Geist und Seele der Menschen ankommen zu lassen, sie in die jeweilige Zeit zu sagen. Wir Christen heute müssen sicher nicht auf jeden Zug aufspringen und jeder Mode folgen. Aber ernst gemeinte Kritik oder einfach gute Vorschläge sollen wir hören und sie beherzigen; und neugierig bleiben für neue Gesichter, die ihre Persönlichkeit in unserer Gemeinde zeigen möchten. Also, wenn Sie in den letzten Jahren die Arbeit Ihrer Gemeinde beobachtet haben und denken, dass sie da auch mitmachen könnten, um aktiv Teil eines Ganzen zu sein, dann trauen Sie sich! Jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür, Neues zu beginnen! Wir haben Platz für neue Ideen und für neue Gesichter!

Am 26. April werden wir acht Jugendliche aus unserer Gemeinde in ihrer Konfirmation segnen. Mit jedem Jahrgang von Konfirmanden frage ich mich mit Diakonin Rhena Wilinski :„Was nehmen sie mit?“ Die Frage werden wir uns im gemeinsamen Vorstellungsgottesdienst mit Ostercappeln stellen. Und ich wünsche mir, dass sie bleiben, um uns „Alten“ zu helfen, Kirche neu zu bauen und unsere
Kraftquellen zu erkennen. Ich weiß, dass diese jungen Menschen viel Gutes mitnehmen. Sie haben mit Begeisterung das Konficamp in St. Peter Ording besucht. Einige haben Lust, sich beim nächsten Camp als Teamer ausbilden zu lassen.

Ich wünsche uns einen Aufbruch aller Generationen in eine Zeit, in der Menschen Kirche neu gestalten und auch bei uns eine Heimat finden. Ich wünsche mir, zusammen mit Diakonin Rhena Wilinski und dem Kirchenvorstand, dass wir endlich einen Kollegen oder eine Kollegin finden für die freie Pfarrstelle in Venne und Hunteburg. Weil wir alle das Teamspiel lieben! Herzlich willkommen!

Ihr Pastor Andreas Pöhlmann

Bildnachweis: N. Schwarz © GemeindebriefDruckerei.de