Andacht Juni / Juli ´26

20. Mai 2026

„Gott sagt: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21, Vers 5)

Mit dieser Losung sind auch wir als St. Johannisgemeinde ins Jahr 2026 gestartet. Die Andacht zu Jahresbeginn schrieb ich zu dieser Losung. Im Sendungsgottesdienst im Januar spielte sie eine Rolle. „Irgendwie ist sie im Jahr
etwas untergegangen“, stellten wir neulich fest. Das stimmt – und das geschah zu unrecht.

Ich muss bei diesem Satz „Siehe, ich mache alles Neu!“ an die vielen Taufen denken, die in diesem Jahr bereits waren und die noch kommen werden. Unsere Tauffeste 2026 an Himmelfahrt in Arenshorst und im Juni auf der Mühleninsel in Venne haben großen Zuspruch! Wie schön!

Ich liebe es, kleine und große Menschen zu taufen. Und ich begleite gerne andere, die das Taufen lernen: unsere Vikarin, die bereits zwei Kinder getauft hat; und Ehrenamtliche, die dafür einen Kurs machen. Die Taufe markiert den Neuanfang eines Menschen mit Gott und mit unserer Gemeinschaft „Kirche“. Da kommt jemand dazu, wird festlich aufgenommen. Da sind wir als Kirche stark in unseren Formen!

Sich Taufen zu lassen, ist auch für den Täufling ein großer Schritt, dem er auch zustimmen muss. Deshalb ist es mir wichtig, beim Vorgespräch auch ihn oder sie  kennenzulernen. Ist das Kind ein Säugling, dann hoffe ich, dass es mich an der Stimme wiedererkennen wird, dass zwischen uns Vertrauen wächst. Und wenn der Mensch schon größer ist, muss klar sein, was passiert, was den Täufling erwartet. Magst Du Wasser? Möchtest Du selbst am Taufstein stehen, und wie machen wir das? Wirst Du selbst etwas sagen? Und bei der Konfitaufe: Wo stehen da Deine Eltern?

Die Segnung des Täuflings, das Sakrament mit drei handvoll Wasser geschenkt. Eine besondere, individuelle Taufkerze, an unserer Osterkerze entzündet. Die Paten, die unterstützend an die Seite der Eltern treten. Was für ein Versprechen, dabeizubleiben, als Teil der Familie, mindestens bis zum Tag der Konfirmation! Meist gelingt das, manchmal aber auch nicht. Zum Zeitpunkt der Taufe weiß das aber noch keiner.

Mit der Geburt eines Kindes ordnet sich eine Familie als Gruppe neu. Weil mit einem Kind eine große Veränderung ins Leben kommt. Die Taufe feiert diese Veränderung. „Siehe, ich mache alles neu!“ Ich bin dankbar dafür, dass ich, wenn auch spät in meinem Leben, zweimal Vater werden durfte. Und auch für mich galt: Dieser kleine Mensch, mit seinen ganz natürlichen Bedürfnissen, ordnet unser Leben als Familie ganz neu. Wir sind häuslicher geworden, weil es unseren Kindern guttat, geregelte Abläufe unter einem Dach zu haben. Und wenn sie krank sind, dann muss der Tag neu geplant werden. „Siehe, ich mache alles neu!“, sagt Gott und schmunzelt, wenn er auf Paare schaut, die gerade Eltern geworden sind.

Mit der Taufe feiern wir, dass etwas Neu geworden ist in unserem Leben. Neben aller Routinen, die uns Sicherheit geben, brauchen wir Menschen Veränderung. Das kann auch eine neue Aufgabe sein, im Beruf oder im Ehrenamt. Eine frisch gewonnene Freundschaft macht das Leben neu.

Der Glaube an Gott ist für mich ein Fundament des Lebens, etwas, auf das ich mich verlassen kann. Aber er erstickt nicht in der Routine, er macht Platz für Neues. In unserer Gemeinde erfahre ich das nicht nur bei den Taufen. In Arenshorst haben wir eine beliebte Traukirche!

Aber Menschen an einen Ort zu locken, der lange keine Trauung mehr erlebt hat, hat mich einfach gereizt. So bin ich sehr gespannt darauf, wer unserer Einladung zu „Einfach Heiraten – Segen, wie Du ihn brauchst“ in die benachbarte Pauluskirche in Osterrcappeln folgt, am Samstag, 27.06., zwischen 14 und 17 Uhr! Gerne auch „nur“ zu einem Segen! Wir sehen uns!?

Andreas Pöhlmann

Bildnachweis: N. Schwarz © GemeindebriefDruckerei.de