Kanutour am 28. August

Nachricht 20. September 2021

Familienaktion: Mit dem Kanu auf der Lohne unterwegs

Es ist Samstag, der 28. August 2021. Die Wettervorhersage lässt Böses erahnen. Die schon lange geplante Paddeltour auf der Lohne droht ins Wasser zu fallen, im wahrsten Sinne des Wortes. Noch Freitag schüttete es aus Eimern ... Aber wozu gibt es Wetter-Apps? Die Aussage des Veranstalters lautet: Es regnet erst ab 13 Uhr. Also los!

30 Teilnehmer - von 10 bis 83 Jahren - treffen sich um 10 Uhr mit "großem Gepäck" (Regenhose, Regenjacke, Ersatzklamotten ...) am Gemeindehaus. Coronakonform fahren die Bootsmannschaften jeweils in einem Auto zum Startpunkt nach Lemförde, alle Pastor Pöhlmann hinterher.

Um Kanu zu fahren, muss man Demut beweisen. Das lernen wir gleich bei der Einweisung. Aber auch ausnahmsweise sich mal zurückzulehnen und in den Himmel zu gucken (bzw. dorthin, wo man den Himmel verortet), ist erlaubt und sogar notwendig. Dazu aber später mehr. Wir werden vom Veranstalter fachkundig und überaus humorvoll in das Kanu- und Kajakfahren eingewiesen und die Strecke wird erläutert.

Mit Brillenbändern, Schwimmwesten und wasserdichtem Sack ausgestattet geht´s los. Nacheinander werden sieben 4er-Kanus und das Kajak zu Wasser gelassen. Die "Mannschaften" jedes Bootes müssen sich natürlich erstmal untereinander verständigen, wer was wann macht. Schließlich ist das Fahren Teamarbeit. So gibt es denn anfangs auch mal Abstimmprobleme, die dazu führen, dass man statt nach vorne auch mal von der einen Uferseite zur anderen paddelt. Aber zum Üben bietet der erste Steckenabschnitt super Möglichkeiten. Die Lohne ist nämlich kein natürlich entstandener Fluss (damit so gut wie strömungsfrei), sondern wurde im 16. Jahrhundert zur Entwässerung des Diepholzer Bruchs angelegt, der letzte Abschnitt direkt durch Diepholz erst im 18. Jahrhundert.

Nach gut eineinhalb Stunden haben wir uns eine Pause verdient. Paddeln ist ganz schön anstrengend! Die ersten zwei Boote liegen schon am Rastplatz, doch wo sind die restlichen sechs? Unser Pastor macht sich allein in einem Kanu auf, um uns verlorenen Schäfchen den rechten Weg zum Rastplatz zu weisen. Gut 500 Meter vor dem Rastplatz kommt er uns Nachzüglern entgegen. Das spornt an!

Ein von Karla Pöhlmann und ihrer Schwester super vorbereitetes Buffet erwartet uns: Brötchen, Brezeln, Obst, Heiß- und Kaltgetränke und zum Nachtisch ein großer Korb mit kleinen Süßigkeiten. Die Pause tut uns allen gut - der einsetzende Regen verdirbt die Stimmung nicht. Schließlich ist das Paddeln an sich sowieso keine trockene Angelegenheit.

Weiter geht´s! Ist die Lohne bis hier recht breit und einfach zu befahren gewesen, kommt jetzt der anspruchsvollere, aber auch schönere Teil. Herabhängende Äste und Büsche, die weit über den Fluss ragen, sehen malerisch aus. Sie fordern allerdings uns Paddlern, insbesondere den Steuermännern und Steuerfrauen einiges ab. Hier kommt auch die schon oben erwähnte Demut (also weit Vorbeugen) ins Spiel, will man nicht, dass die Brille von der Nase gerissen wird. Der Fluss wird immer schmaler, die Aussichten immer interessanter. Auf dem letzten Teil können wir den Diepholzern direkt in ihre Gärten schauen. Zurücklehnen ist angesagt beim Unterqueren der teilweise sehr niedrigen Brücken, statt der Paddel kommen hier die Hände für die Fortbewegung zum Einsatz.

So, angekommen beim Zielpunkt direkt in der Diepholzer Innenstadt, werden wir schon vom Veranstalter erwartet. Jetzt heißt es, geordnet auszusteigen, schön der Reihe nach - eine wackelige Angelegenheit. Boote reinigen, Sachen verstauen und zum Abschluss noch ein Eis. Gegen 16:30 Uhr treten wir die Rückfahrt nach Arenshorst an.

Das war ein wunderschöner Familien-Ausflugstag. Herzlichen Dank an Familie Pöhlmann, die alles perfekt organisiert und vorbereitet haben.

Angela & Günter