Kirchenjubiläum im Jahre 2003

Aktuell

Rückblick auf das Jubiläumsjahr

Festrede zum Jubiläum “140 Jahre Ev. Frauenhilfe Arenshorst” am Sonntag, 19. Oktober 2003

140 Jahre sind seit dem Jahre 1863 vergangen,
als es mit der Frauenhilfe Arenshorst angefangen.
Darum ergreife ich heute die Gelegenheit
und blicke zurück in die Vergangenheit.

Vor 1/12 Jahrhunderten im Osnabrücker Land
die Bewegung Ev. Frauenhilfe ihren Anfang fand.
Die Gräfin Münster auf dem Langelager Gut
und Arenshorster’s Pastor Frank nahmen’s in ihre Obhut:
es sei an der Zeit, dass einen Frauenverein man gründe,
dessen Sinn in christlicher Arbeit bestünde.

Von Maria und Martha steht in der Bibel geschrieben,
dass Jesus wäre zu Gast in ihrem Hause geblieben.
Auch wenn in ihrem Tun verschieden sie schienen.
IHM wolten Maria und Martha in Liebe dienen.
Mit helfender Tat die eine, die andere in gläubiger Andacht:
das wurde der Frauenhilfe zum Vorbild gemacht.

Den eigenen Glauben zu stärken, dem nahen und fernen Nächsten zu dienen, -
das war ihnen damals als sinnvoll erschienen.
So entstand der “Missions- und Nähverein”
und lud viele Frauen zur Versammlung ein.
Bereit sein zum Diene, Gemeinschaft zu halten,
in Arbeit und Hören Gottes Wort zu behalten.

Missionsarbeit fördern hatte als Ziem man gesetzt -
so war man schon damals mit der Welt vernetzt.
Mit Handarbeiten und nähen verdiente als Lohn
zum Wohle der Innern und Äu0ern Mission.
Die “Hermannsburger werden seitemd unterstützt;
viele Menschen hat diese Arbeit genützt.

Auch Bibelstunden und Vorträge standen auf dem Programm
und unterbrachen die fleißige Arbeit dann und wann.
Im 70/71er Krieg trafen auch die Frauen ihre Wahl
und zupften für’s Lazarett Verbandsmaterial.
Und als in Arenshorst 1908 das Pflegehaus neu entstand,
die Frauenhilfe gleich neue Aufgaben für sich fand.

Es wechseln die Zeiten, es wechseln die Orte,
doch überall fand die Frauenhilfe eine offene Pforte:
von Langelage nach Hitz- und Herringhausen
mußte Frau Pastor Steinmetz mit dem Fahrrad sausen.
Im “Altdeutschen Gasthaus” Niemann in Lecker
traf man sich für die genannten “Zwecker”.
Und als aus der Diele im Pfarrhaus ein Saal war geworden,
og man dort ein und hat neue Frauen geworben.

Viel gab es zu tun, viel wurde geboten -
die Ausflüge bekamen die besten Noten.
Die Partnergemeinden Heidenau und Maxen
waren allen Frauen ans Herz gewachsen.
Man wechselte Briefe hin und Pakete her,
das Besuchen war damals noch schwer.

Ich will die Frauenhilfe zu rühmen mich nicht vermessen,
doch über den Nächsten ward auch der Fernste nicht vergessen:
Südafrika und die Kinder im Waisenhaus im indischen Trichur
die nenne ich hier als Beispiel nur.

Die Hilfe für viele andere dürfen wir nicht übersehen,
wenn unsere Gedanken auf die Reise heut’ gehen:
das Stephanstift in Hannover und die Blindenmission in Hildesheim
sollen als Empfänger von Spenden nicht vergessen sein.
Für die Seemanns-Mission in Bremerhaven
und die Sailors, die Weihnachten auf den Schiffen saßen,
wurden Handschuhe, Schals und Strümpfe gestrickt
und in großen Pakete verschickt.

Von vielen Taten der dienenden Liebe können wir lesen,
doch das wäre das alles ohne diese Frauen gewesen?
Anna Steinmetz hat 35 Jahre den Vorsitz geleitet
und den Frauen manche Freude bereitet.
Emma Ostendorf und Alwinde Wedekind
sind Namen die unvergessen sind!
Kuhlmanns haben die Frauen manch’ Jahr bewegt,
ich meine damit: zu schönen Fahrten angeregt.

Eine der treuesten ist heute Dorothea Kuhr:
sie kommt seit 41 Jahren “in einer Tour”.
Und fragt ihr mich nach der wichtigsten Person:
es ist Edith Thunhorst - ihr wißt es längst schon.
Sie ist im Praktischen - wie es so schön heißt -
für die Frauenhilfe der “gute Geist”.

Schaut die Frauenhilfe heute auf 14 Jahrezehnte zurück,
nimmt sie Ursprung und Aufgabe in den Blick:
“Bereit sein und dienen” nach Gottes Wort
und führt damit begonnene Arbeit fort.

Von allen Gruppen ist diese gewiß schon alt,
aber noch lange nicht altmodisch und verkalkt!
Seit 140 Jahren sind es diese Frauen gewohnt
weit zu schauen über den eigenen Horizont;
auf die Nöte und Sorgen fremder Nächster zu blicken
und ihr “Brot über’s Wasser” zu schicken.

Was als “Missions- und Nähverein” damals begonnen
hat mit seinem Wirken schon viele Herze gewonnen.
Wird es Maria und Martha auch heute gelingen,
Frauen zu sammeln zu hilfreichen Dingen?
Ich wünsch der Jubilarin zum guten Schluss,
dass “Bereit sein zum dienen “ auch morgen gelten muß!

Arenshorst, 19. Oktober 2003

Raymond Sander, Pastor